Absicherung folgt einer einfachen Rangordnung: Zuerst kommen Risiken, die Sie finanziell ruinieren können, dann alles andere. Ein zerkratztes Handydisplay ist ärgerlich, der dauerhafte Verlust des Einkommens ist existenziell. Tim Gradl geht deshalb nicht die Produktliste durch, sondern Ihre Lebenssituation: Wovon leben Sie, wer hängt an Ihrem Einkommen, welche Verpflichtungen laufen weiter, wenn Sie ausfallen? Daraus entsteht eine klare Prioritätenfolge für jede weitere Entscheidung.
Im Zentrum steht fast immer die Arbeitskraft. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente greift erst, wenn Sie kaum noch irgendeiner Tätigkeit nachgehen können – nicht schon, wenn Sie Ihren erlernten Beruf aufgeben müssen – und liegt deutlich unter dem gewohnten Einkommen. Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung setzt früher an: Sie leistet, wenn der eigene Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausgeübt werden kann. Auf Details wie den Verzicht auf abstrakte Verweisung kommt es dabei an.
Für Ärzte gilt eine Besonderheit: Die Berufsunfähigkeitsrente des Versorgungswerks setzt in der Regel voraus, dass die ärztliche Tätigkeit vollständig aufgegeben wird – wer eingeschränkt weiterarbeitet, geht oft leer aus. Selbständige und Unternehmer haben häufig gar keinen Anspruch auf die gesetzliche Erwerbsminderungsrente, tragen aber zusätzlich Verantwortung für Praxisdarlehen, Mitarbeiter und laufende Betriebskosten. Beides spricht für eine private Absicherung, die genau auf diese Konstellation zugeschnitten ist.
Danach kommen die übrigen Bausteine in den Blick: eine Risikolebensversicherung, wenn Familie oder Finanzierungen vom eigenen Einkommen abhängen; die Privathaftpflicht als Schutz vor Schadenersatzforderungen, die schnell existenzbedrohend werden können; ergänzende Absicherung je nach Situation. Genauso wichtig ist der Rotstift: Verträge, die kein existenzielles Risiko abdecken, werden benannt und zur Disposition gestellt. Absicherung soll tragen, nicht das Budget verstopfen.


